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Hauptinhalte

Bauchspeicheldrüsenkrebs

OA Dr. Renate Schaberl-Moser

Landeskrankenhaus-Universitätsklinikum Graz
Klinische Abteilung für Onkologie - Universitätsklinik für Innere Medizin

Auenbrugger Platz 15
8036 Graz
Steiermark

+43-316-38513115
+43-316-38514167
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www.onkologie-graz.at
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Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 08.00 – 12.00 Uhr und 13.00 – 15.30 Uhr (Termintelefon ausschließlich von 08.00-10.00 Uhr)

„Bauchspeicheldrüsenkrebs wird aufgrund fehlender Frühsymptome oft erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt. Häufig handelt es sich um nicht mehr operable, aggressiv wachsende Tumore. Behandlungsfortschritte konnten in den letzten Jahren durch verbesserte Chemotherapien erzielt werden“, meint Dr. Renate Schaberl-Moser.

Bauchspeicheldrüsenkrebs im Überblick

Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) findet sich im Oberbauch quer vor der hinteren Bauchwand, eng benachbart zu Magen, Milz, Leber, Zwölffingerdarm und großen Bauchgefäßen. Sie hat im wesentlichen zwei Funktionen: einerseits die Produktion von Verdauungssäften, die in den Zwölffingerdarm abgegeben werden (= exokrine Funktion) und anderseits die für die Zuckerverwertung notwendige Insulin- und Glucagonproduktion, die auch im Fett- und Eiweißstoffwechsel ein wichtige Rolle spielt (= endokrine Funktion). Bösartige Tumore entstehen in erster Linie im exokrinen Drüsenanteil, der die Verdauungsenzyme produziert.

Epidemiologie

Pro Jahr erkranken in Österreich etwa 1.300 Personen an einem bösartigen Tumor der Bauchspeicheldrüse, das sind nur 2-3 % aller Krebserkrankungen. Bei den Krebstodesursachen liegt Bauchspeicheldrüsenkrebs allerdings bereits an fünfter Stelle, was den aggressiven Verlauf dieser Erkrankung betont. Betroffen sind hauptsächlich ältere Menschen ab dem 60. Lebensjahr, Frauen erkranken etwas seltener. Über die letzten Jahre wird ein Anstieg der Erkrankungen beobachtet.

Gibt es Risikofaktoren?

Die Ursache ist letztendlich nicht geklärt, eine Reihe von Faktoren, die das Risiko erhöhen können, sind bekannt:

  • Zigarettenkonsum – bei Rauchern ist Bauchspeicheldrüsenkrebs 2-3 mal häufiger als bei Nichtrauchern
  • Chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse – assoziiert mit übermäßigem Alkoholkonsum oder aber genetisch bedingt (sehr selten)
  • Ungesunder Lebensstil - fettreiche Ernährung, Bewegungsarmut, Übergewicht; kontroversiell beurteilt werden übermäßiger Konsum von Kaffee und sog. Softdrinks (Süßgetränke). Möglicherweise besteht hier eine Assoziation mit anderen ungünstigen Lebensgewohnheiten.

Vorsorge

Konkrete Vorsorgeprogramme stehen nicht zur Verfügung. Die Optimierung des Lebensstils kann das Risiko zahlreicher Erkrankungen vermindern. Im Hinblick auf die Entstehung eines Bauchspeicheldrüsenkrebses sind dies im Speziellen:

  • Nikotinabstinenz
  • Vermeiden von Übergewicht
  • Fettarme ballaststoffreiche Ernährung
  • Regelmäßig sportliche Betätigung

Symptome und Früherkennung

Im Frühstadium meist uncharakteristische Beschwerden wie gürtelförmig ausstrahlende Rückenschmerzen, Völlegefühl und Appetitlosigkeit.
Häufig führen erst Spätsymptome bei fortgeschrittener Erkrankung wie ungewollter Gewichtsverlust, Erbrechen oder Gelbsucht zur Diagnose.
Gelbsucht kann als Frühsymptom auftreten, wenn der Tumor im sog. Pankreaskopf liegt. Das liegt an der engen Beziehung zum Gallengang, der bereits durch einen relativ kleinen Tumor verschlossen werden kann. Es resultieren typische Gelbverfärbung der Haut und Augenbindehaut, Augen, Dunkelverfärbung des Harnes bei gleichzeitig heller bis grauer Stuhlfarbe. Diese Tumore sind zumeist noch klein, technisch operabel und weisen eine hohe Heilungschance auf. Auch eine akut auftretende Zuckerkrankheit kann Symptom eines Bauchspeicheldrüsenkrebses sein.