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Hauptinhalte

Brustkrebs

Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski

Comprehensive Cancer Center und Vienna Cancer Center - Medizinische Universität Wien Allgemeines Krankenhaus

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„Da Brustkrebs (Mammakarzinom) die häufigste bösartige Erkrankung bei Frauen weltweit darstellt, erfolgte in den letzten Jahrzehnten eine intensive Forschungstätigkeit, die zu deutlich verbesserten Behandlungsmöglichkeiten sowohl im Hinblick auf Wirksamkeit als auch Verträglichkeit führte", sagen Univ.-Prof. Christoph Zielinski und Dr. Rupert Bartsch

Diagnose, Behandlung & Nachsorge

Diagnose

Zur Diagnose gilt die Mammographie in Verbindung mit einer Ultraschalluntersuchung als Goldstandard. Dabei soll der Befund von zwei Röntgenärzten erstellt werden, um eine entsprechende Untersuchungsqualität sicherzustellen. Bei sehr dichtem Drüsengewebe kann darüber hinaus eine Magnetresonanz-Mammographie hilfreich sein. Der Befund wird nach der BIRADS-Klassifikation erstellt. Dabei handelt es sich um eine Einteilung, wie wahrscheinlich anhand der Aufnahme eine bösartige Veränderung der Brust ist. So steht BIRADS 1 für einen Normalbefund, BIRADS 2 für eine sicher gutartige Veränderung, BIRADS 3 für eine mit >90%er Sicherheit gutartige Veränderung, wobei eine Kontrolle in 6 Monaten durchgeführt werden sollte. BIRADS 4 und 5 Befunde sind suspekt auf das Vorliegen von Brustkrebs und sollten umgehend durch eine Gewebsprobe weiter abgeklärt werden. Dabei wird in lokaler Betäubung ein wenige Millimeter großer Zylinder entnommen und feingeweblich untersucht.

Behandlung

Die operative Therapie stellt auch weiterhin den wichtigsten Aspekt der Behandlung von frühem Brustkrebs dar. Dabei ist heute die brusterhaltende Operation Standard. Zusätzlich wird nach Markierung mit Methylenblau (einem speziellen Färbemittel) und/oder einer radioaktiven Substanz eine sogenannte Wächterlymphknotenprobe (Sentinel-Lymphknotenbiopsie) entnommen. Dabei wird der erste Lymphknoten im Abflussgebiet des Tumors entfernt und auf das Vorliegen von Tumorzellen untersucht. Zeigen sich keine Tumorzellen, kann von einer operativen Entfernung der Achsellymphknoten Abstand genommen werden, wodurch ein Lymphödem – ein Lymphstau durch Unterbrechung der Abflusswege – verhindert werden kann.
Bei ungünstigem Verhältnis zwischen Brust- und Tumorgröße sowie bei lokal fortgeschrittenen Tumoren kann jedoch eine brusterhaltende Operation unmöglich sein. Dann besteht die Möglichkeit, die Brust vollständig zu entfernen, was auch als modifiziert radikale Mastektomie bezeichnet wird. Eine Alternative bietet die so genannte neoadjuvante Behandlung, meist eine Chemotherapie vor Operation. Dadurch gelingt oft eine so starke Verkleinerung des Tumors, dass eine anschließende brusterhaltende Operation ermöglicht wird.
Im Anschluss an eine brusterhaltende Operation sollte eine Bestrahlung der betroffenen Brust erfolgen, da eine alleinige Operation mit einem zu hohen Risiko für ein Lokalrezidiv (also einem lokalen Rückfall auf der betroffenen Seite) verbunden ist.

Auch wenn alle Untersuchungen vor oder nach einer Operation keinen Hinweis auf Absiedelungen (Metastasen) in anderen Organen gezeigt haben, können sich einzelne Tumorzellen aus dem ursprünglichen Herd gelöst haben, von denen nach Jahren ein Rückfall in anderen Organen – etwa Knochen, Leber oder Lunge – ausgehen kann. Um dies zu verhindern, wird oft eine adjuvante, also den Rückfall verhindernde, Behandlung empfohlen. Diese besteht bei hormonabhängigen Formen des Brustkrebses aus einer antihormonellen Behandlung, bei höherem Risiko wird oft eine Chemotherapie empfohlen. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass eine Chemotherapie heute viel von ihrem einstigen Schrecken verloren hat, und Übelkeit – wohl die bekannteste Nebenwirkung – Dank moderner Begleitmedikamente grundsätzlich kein Problem mehr darstellt.

Tumore, deren Entstehung auf eine gesteigerte Aktivität eines bestimmten Rezeptors (Empfängerbaustein für Zellbotenstoffe an der Oberfläche der Tumorzelle) zurückgeführt werden kann, können darüber hinaus mit einem nachgebildeten Immunbotenstoff – einem sogenannten Antikörper – ähnlich einer passiven Impfung behandelt werden.

Nachsorge

Unter Nachsorge versteht man regelmäßige Kontrollen, die nach einer erfolgreichen Behandlung von frühem Brustkrebs durchgeführt werden sollten. Diesbezüglich werden regelmäßige Kontrollen durch die behandelnden Ärzte, eine jährliche Mammographie sowie zumindest jährliche frauenärztliche Untersuchungen empfohlen. Tumormarker, also Laborwerte, die bei Tumorerkrankungen ansteigen können, sind nicht zuverlässig und sollten daher auch routinemäßig nicht bestimmt werden. Auch eine Nachsorge mittels regelmäßiger Kontrollen durch Röntgen, Ultraschall oder Computertomographie ist umstritten, da eine frühere Erkennung von Absiedlungen nicht unbedingt mit einer Verbesserung der Prognose einhergeht.