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Hauptinhalte

Hautkrebs

Assoz.-Prof. PD. Dr. Armin Gerger

Landeskrankenhaus-Universitätsklinikum Graz
Klinische Abteilung für Onkologie - Universitätsklinik für Innere Medizin

Auenbrugger Platz 15
8036 Graz
Steiermark

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„Hautkrebs ist ein Oberbegriff für sämtliche bösartige Veränderungen der Haut. Je nachdem, welche Hautschicht von unkontrolliertem Zellwachstum betroffen ist, entsteht eine bestimmte Krebsart", sagt Priv.-Doz. Dr. Gerger.

Hautkrebs im Überblick

Was ist Hautkrebs?

Hautkrebs ist ein Oberbegriff für sämtliche bösartige Veränderungen der Haut. Die Haut besteht aus verschiedenen Schichten unterschiedlicher Zellarten: der dünnen Oberhaut (Epidermis), der etwas dickeren Lederhaut (Dermis) und der Unterhaut (Subkutis). Je nachdem, welche Hautschicht von unkontrolliertem Zellwachstum betroffen ist, entsteht eine bestimmte Krebsart. Aus der sogenannten Basalzellschicht der Oberhaut und den Wurzelscheiden der Haarfollikel entstehen Basalzellkarzinome (Basaliome). Aus der Stachelzellschicht der Oberhaut entstehen Spinalzellkarzinome (Spinaliome). Aus den Pigmentzellen der Haut entsteht das Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt.

Epidemiologische Zahlen

Das Basaliom ist der häufigste Tumor der Haut. Die Inzidenz ist steigend (knappe Verdoppelung in den letzten 20 Jahren) und beträgt in Mitteleuropa ca. 100 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr. Ein Auftreten vor dem 40. Lebensjahr ist selten, die Inzidenz steigt etwa linear mit dem Lebensalter. Basaliome haben bei frühzeitiger Diagnose und adäquater Therapie eine sehr gute Prognose, die Mortalität beträgt ca. 0,08%.

Das Spinaliom ist nach dem Basaliom der zweithäufigste Hautkrebs und verzeichnet in der weißen Bevölkerung eine rasche Inzidenzzunahme. Die Inzidenz beträgt in Mitteleuropa ca. 20-30 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr. Die Mortalität beträgt ca. 0,38%. Die Melanominzidenz nimmt insbesondere bei stark sonnenexponierten hellhäutigen Bevölkerungsgruppen weltweit zu. In Mitteleuropa beträgt die Inzidenz ca. 10-12 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr. Die Mortalität des Melanoms übersteigt die aller anderen Hauttumoren zusammengenommen um ein Vielfaches.

Vorsorge

Der weitaus überwiegende Faktor für die Entstehung von Spinaliomen ist die kumulative UV-Schädigung. Die typischen Lokalisationen für Spinaliome sind daher ein Spiegelbild der Sonneneinstrahlung (Gesicht und Handrücken). Auch beim Basaliom ist UV-Licht der stärkste ursächliche Faktor, doch ist dessen Auswirkung weniger evident als beim Spinaliom. Daher kommen Basaliome nicht selten an kaum UV-belasteten Körperstellen vor. Der wichtigste Faktor ist auch beim Melanom das UV-Licht. Dies geht aus der deutlichen Bevorzugung UV-empfindlicher Personen (Personen mit heller Haut, heller Augenfarbe, rotblondem Haar und Neigung zu Sonnenbrand) hervor. Im Gegensatz zu den Spinaliomen korreliert die Verteilung der Melanome am Körper jedoch schlecht mit der kumulativen Sonnenexposition. Studien haben gezeigt, dass die Inzidenz der Melanome mit der Häufigkeit schwerer Sonnenbrände korreliert. Von besonderer Relevanz sind durchgemachte Sonnenbrände in Kindesalter und Jugend. Bei ca. 10 % der Melanome besteht eine familiäre Häufung, des Weiteren korreliert das Melanomrisiko mit der Anzahl an typischen und atypischen Pigmentmalen.

Früherkennung

Der Früherkennung von Hautkrebs kommt eine besondere Bedeutung zu. Da sich die Haut einfach untersuchen lässt, ist gerade die Früherkennung von Hautveränderungen vergleichsweise einfach und wenig belastend durchführbar. Einen wichtigen Stellenwert haben regelmäßige und sorgfältige Selbstuntersuchungen, dabei sollte möglichst kein Bereich ausgespart bleiben. Um ein Pigmentmal richtig einzuschätzen, hilft die ABCD-Regel (A wie Asymmetrie: ungleichmäßige, asymmetrische Form; B wie Begrenzung: verwaschene, gezackte oder unebene Ränder; C wie Colour [Farbe]: unterschiedliche Färbungen in einem Pigmentmal; D wie Durchmesser: >5mm). Verändert sich eine bekannte Hautläsion, entwickelt sich eine neue Hautläsion oder trifft zumindest ein Merkmal der ABCD-Regel auf ein Pigmentmal zu, sollte diese Hautveränderung ihrem Arzt vorgestellt werden.  Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. 

Symptome

Basaliome sind durch das sogenannte Basaliomknötchen gekennzeichnet: ein bis mehrere Millimeter großes, halbkugeliges, derbes, hautfarbenes Knötchen von perlmutterartigem Glanz, das von kleinen bis größeren sichtbaren Gefäßen umgeben und überzogen ist. Ein Basaliom besteht aus einem einzigen, später mehreren aggregierten Basaliomknötchen in oft kranzartiger Anordnung.

(Abb. 1).

Spinaliome können sich aus übermäßig verhornten Hautveränderungen (aktinische Keratosen) und rötlichen Flecken (Morbus Bowen) entwickeln. Den meisten Spinaliomen gemeinsam ist eine derbe Konsistenz, unregelmäßige Oberfläche und ein derber Randwall.

(Abb. 2).

Alarmsignale für Melanome sind relativ rasche Veränderungen eines vermeintlichen Pigmentmals (ABCD-Regel), gelegentlich können Melanome jucken, nässen oder bluten.

(Abb. 3).

Die Abbildungen 1-3 wurden freundlicherweise von Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Weger, Universitätsklinik für Dermatologie, Medizinische Universität Graz zu Verfügung gestellt.