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Hauptinhalte

Hodenkrebs

Univ.-Prof. Dr. Thomas Bauernhofer

Landeskrankenhaus-Universitätsklinikum Graz
Klinische Abteilung für Onkologie - Universitätsklinik für Innere Medizin

Auenbrugger Platz 15
8036 Graz
Steiermark

+43-316-38513115
+43-316-38514167
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www.onkologie-graz.at
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Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 08.00 – 12.00 Uhr und 13.00 – 15.30 Uhr (Termintelefon ausschließlich von 08.00-10.00 Uhr)

„Hodenkrebs ist ein bösartiger Tumor, der von den samenbildenden Keimzellen im Hoden ausgeht. Im Wesentlichen werden zwei Formen von Hodenkrebs unterschieden: das Seminom und die nicht-seminomatösen Keimzelltumore. Hodenkrebs ist die häufigste Krebsart in der Altersgruppe zwischen 15 und 34 Jahren", sagt Univ.-Prof. Thomas Bauernhofer.

Diagnose, Behandlung & Nachsorge

Diagnose

Die klinische Untersuchung beider Hoden erfolgt über ein bildgebendes Verfahren und im weiteren eine Laboruntersuchung.

Das bildgebende Verfahren umfasst:

  1. Ultraschall des Hodens
  2. Für bestimmte Fragestellungen auch MR des Hodens
  3. Zum Ausschluss von Metastasen CT des Thorax/Abdomens und Beckens
  4. Für bestimmte Fragestellungen PET-Untersuchung

Die Laboruntersuchung umfasst die Erstellung des Tumormarker Alphafetoprotein (AFP), ß-Kette des humanen Choriongonadotropin (ß-HCG), humane placenta-like alkalische Phosphatase (HPLAP) und Laktatdehydrogenase (LDH).

Behandlungsmöglichkeiten

Chirurgische Therapie

Jeder Hodentumor sollte nach durchgeführter Diagnostik primär operiert werden (Ausnahme lebensbedrohliche Situation in weit fortgeschritten metastasiertem Stadium). Hohe inguinale Semikastratio des betroffenen Hodens: Über einen Zugang oberhalb des Leistenbandes wird der Hoden mit Nebenhoden und Samenstrang entfernt.

Weitere Chirurgische Interventionen

Residualtumorresektion: Nach erfolgter Chemotherapie im metastasierten Stadium und Bestehen-Bleiben eines Resttumors über einer gewissen Größe ist die chirurgische Entfernung des Resttumors notwendig.

Gewebsprobenentnahme aus nicht betroffenem Hoden (kontralaterale Hodenbiopsie): Wird bei verkleinertem zweiten Hoden und Alter unter 34 Jahren mitgemacht, um eine TIN auszuschließen bzw. wird routinemäßig bei der Operation des Hodentumors mitgemacht.

Bestrahlungsbehandlung

Die Bestrahlungsbehandlung wird bei folgenden Diagnosen angewendet:

  • Bei Seminom im lokalisierten Stadium nach Operation (Klinisches Stadium I) und Risikofaktoren für Rückfall: vorbeugende (adjuvante) Bestrahlung der Lymphknotenstationen neben der Bauchschlagader im kleinen Becken
  • Bei Seminom mit der lokoregionären Lymphknotenmetastasen unter 5cm Größe (Klinisches Stadium IIA und IIB): heilende (kurative) Bestrahlung der Lymphknotenstationen
  • Bei Testikulärer Intraepithelialer Neoplasie (TIN): niedrig dosierte heilende (kurative) Bestrahlung des betroffenen Hodens
  • Chemotherapie
  • Bei Seminom im lokalisierten Stadium nach Operation (Klinisches Stadium I) und Risikofaktoren für Rückfall: alternativ zur Radiotherapie kann eine vorbeugende (adjuvante) Chemotherapie bestehend aus einem Zyklus Carboplatin verabreicht werden
  • Bei Seminom mit der lokoregionären Lymphknotenmetastasen über 5cm Größe (Klinisches Stadium IIC): heilende Chemotherapie mit Cisplatin/Etoposid/Bleomycin (PEB-Schema) für drei Zyklen
  • Bei Seminom im metastasierten Stadium mit Fernmetastasen (Klinisches Stadium III) bei guter Prognose (Heilungsaussicht):  Chemotherapie nach dem PEB-Schema für drei Zyklen; bei intermediärer Prognose: Chemotherapie nach dem PEB-Schema für vier Zyklen
  • Bei nicht-seminomatösen Keimzelltumoren im lokalisierten Stadium nach Operation (Klinisches Stadium I) und Risikofaktoren für Rückfall (Klinisches Stadium I): vorbeugende Chemotherapie nach dem PEB-Schema für zwei Zyklen
  • Bei nicht-seminomatösen Keimzelltumoren mit der lokoregionären Lymphknotenmetastasen oder mit Fernmatasten bei guter Prognose (Heilungsaussicht): Chemotherapie nach dem PEB-Schema für drei Zyklen; bei intermediärer Prognose oder schlechter Prognose: Chemotherapie nach dem PEB-Schema für vier Zyklen

Nachsorge

Engmaschige Nachbeobachtung (Surveillance)

Wird bei Seminom und nicht-seminomatösen Keimzelltumoren nach Operation im lokalisierten Stadium ohne Risikofaktoren für Rückfall (klinische Stadium I) empfohlen: Für Patienten, die über mindestens fünf Jahre verlässlich zu Kontrolluntersuchungen kommen wollen, werden körperliche Untersuchung, Laborkontrollen inkl. Tumormarker, Lungenröntgen, Ultraschall von Ober und Unterbauch im Wechsel mit CT Abdomen und Becken und urologische Untersuchungen in definierten Zeitabständen durchgeführt, um eine Früherkennung eines Rückfalls zu gewährleisten.

Die Früherkennung eines Rückfalls erhöht die Heilungschance.

Nachsorge nach erfolgter Radiotherapie oder Chemotherapie im Rahmen von Hodentumoren

Seminom und Nicht-seminomatöse Keimzelltumore:

Für Patienten nach erfolgter vorbeugender oder heilender Behandlung werden körperliche Untersuchung, Laborkontrollen inkl. Tumormarker, Lungenröntgen, Ultraschall von Ober- und Unterbauch im Wechsel mit CT Abdomen und Becken und urologische Untersuchungen in definierten Zeitabständen durchgeführt, um Rückfälle oder Spätfolgen der Behandlung zu erkennen und zu behandeln.