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Hauptinhalte

Krebs im Allgemeinen

Univ.-Prof. Dr. Hellmut Samonigg

Medizinische Universität Graz

Auenbruggerplatz 2
8036 Graz
Steiermark

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„Krebs ist ein Sammelbegriff für verschiedene Krankheiten mit gemeinsamen Merkmalen: Ursprünglich normale Zellen des menschlichen Körpers vermehren sich unkontrolliert, wachsen in gesundes Gewebe ein und schädigen es. Sie werden zu Krebszellen", sagt Univ.-Prof. Dr. Hellmut Samonigg.

Behandlung

Wie kann Krebs bestmöglich behandelt werden?

Grundsätzlich gilt: Je früher ein Krebsgeschehen erkannt und behandelt wird, desto besser stehen die Chancen auf Heilung. Dies bedeutet, dass es das vorrangige Ziel sein muss, den neu diagnostizierten Tumor, sofern keine Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen vorliegen, möglichst vollständig zu entfernen. Nach wie vor gilt, dass solide Tumore durch eine Operation komplett entfernt werden sollen. „Schneiden im Gesunden“ lautet die goldene Regel. Im Frühstadium der Erkrankung werden vor die definitive Operation heutzutage immer öfter medikamentöse Behandlungen (eventuell begleitet von Strahlentherapie) vorgeschaltet, um das Tumorgeschehen frühzeitig zu verkleinern  - die sogen annte neoadjuvante Behandlung.

Im Frühstadium der Erkrankung wird bei sehr vielen Tumoren – mittlerweile auch nach der operativen Behandlung – eine sogenannte vorbeugende, ergänzende medikamentöse Behandlung nachgeschaltet, dies eventuell auch gefolgt von einer zusätzlichen Strahlenbehandlung.

So gelten also Operation, Bestrahlung und Medikamente nach wie vor als die klassischen Therapiemöglichkeiten gegen Krebs. Insbesondere bei medikamentösen Behandlungsformen wurden in den letzten Jahren enorme Fortschritte erzielt. Neben der klassischen sogenannten Chemotherapie konnten neue Hormontherapeutika, aber insbesondere so genannte zielgerichtete Therapien (Biologicals) neu entwickelt werden, die gemeinsam mit modernen Maßnahmen der Früherkennung zu einer nachweisbar erhöhten Heilungschance bei Krebserkrankungen geführt haben.

Sollte Heilung nicht mehr möglich sein, wird durch Einsatz verschiedener medizinischer - insbesondere medikamentöser – Maßnahmen sehr häufig eine Bremsung des Tumorwachstums, aber auch – zumindest vorübergehend – eine Rückbildung des Tumorgeschehens erreicht. Gemeinsam mit einem breiten Spektrum symptomatischer Behandlungsformen gelingt es dadurch, Patienten eine gute Lebensqualität trotz Krebserkrankung zu ermöglichen. Alle diese Maßnahmen alleine reichen jedoch nicht aus, um Krebspatienten erfolgreich zu behandeln. Sie müssen – angepasst an die jeweilige individuelle Situation – unbedingt durch eine, die psychische Befindlichkeit des Patienten und deren Angehörigen berücksichtigende, intensive psychologische Betreuung ergänzt werden.

Was geschieht nach der Therapie von Krebs?

Verständlicherweise wollen ehemals von Krebs betroffene Patienten nach ihrer Behandlung am liebsten so rasch wie möglich in ihr altes Leben zurückkehren. Sie wollen nicht ständig an ihre Krebserkrankung erinnert werden. Dennoch scheint eine individuell auf das jeweilige Krebsgeschehen abgestimmte Nachsorge sinnvoll. An oberster Stelle steht das ausführliche Gespräch mit dem Arzt. Unter anderem werden hier die Punkte Schlafbedürfnis, Appetit, psychische Situation, Schwierigkeiten im Alltag anzusprechen sein. Des Weiteren wird der Arzt eine genaue körperliche Untersuchung durchführen, und je nach Krebserkrankung werden ergänzend unterschiedliche Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt.