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Leberkrebs

OA Dr. Wolfgang Stangl

Allgemein öffentliches Krankenhaus Oberwart
Innere Medizin mit Onkologie & Palliativ

Dornburggasse 80
7400 Oberwart
Burgenland

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„Leberkrebs (Leberzellkrebs) entsteht, wenn Leberzellen nach oft jahrelanger Schädigung (zum Beispiel durch eine Virushepatitis und/oder Alkoholmissbrauch) bösartig entarten und ungebremst wachsen. Davon abzugrenzen sind Absiedelungen anderer Tumore in der Leber, sogenannte Lebermetastasen", sagt Dr. Stangl.

Leberkrebs im Überblick

Was ist Leberkrebs?

Wenn Leberzellen nach oft jahrelanger Schädigung, zum Beispiel durch eine Virushepatitis und/oder Alkoholmissbrauch, bösartig entarten und ungebremst wachsen, entsteht Leberzellkrebs ( im Englischen als „hepatocellular cancer“ oder abgekürzt als HCC bezeichnet). Davon abzugrenzen sind Absiedelungen anderer Tumore in der Leber, sogenannte Lebermetastasen. Letztere können sich unter anderem bei Lungen- und Darmkrebs bilden.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben bereits eine Reihe von Faktoren herausgefunden, die das Risiko erhöhen, an Leberzellkrebs zu erkranken:

Leberzirrhose
Am häufigsten entsteht Leberzellkrebs als Folge einer Leberzirrhose. Wer regelmäßig und übermäßig viel Alkohol trinkt (mehr als 50-70 g/Tag), schädigt die Leberzellen. Als Folge davon entzündet sich die Leber, schließlich werden in einem fortgeschrittenen Stadium die Leberzellen zerstört (Leberzirrhose) und letztendlich entsteht Leberzellkrebs.

Virushepatitis
Auch bei einer Infektion mit Hepatitisviren (Hepatitis B- und Hepatitis C-Virus) erhöht sich das Risiko, an Leberkrebs zu erkranken. Hier wird das Erbgut der Leberzelle im Rahmen der Leberentzündung geschädigt und so verändert, dass über mehrere Zwischenschritte Leberkrebs entsteht. Besonders das gleichzeitige Vorliegen einer chronischen Hepatitis mit chronischem Alkoholmissbrauch vervielfacht das Risiko, an Leberzellkrebs zu erkranken.

Seltene Ursachen
Chronische  Entzündungen können auch im Rahmen von bestimmten angeborenen Stoffwechselerkrankungen, wie zum Beispiel der Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose), Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit) oder dem Alpha-1-Antitrypsinmangel (ein körpereigenes Eiweiß), Leberzirrhose und Leberzellkrebs hervorrufen. Ein Teil der Leberkrebsfälle ist wahrscheinlich auch auf die Aufnahme von Giften des Schimmelpilzes, sogenannte Aflatoxine, zurückzuführen. In vielen asiatischen und afrikanischen Ländern werden Lebensmittel nicht ideal gelagert und verschimmeln häufig. Diese krebserregenden Giftstoffe werden über den Darm aufgenommen und gelangen über die Blutbahn direkt in die Leber, wodurch diese den Giftstoffen ausgesetzt ist.

Epidemiologische Zahlen

Leberzellkrebs ist in Österreich mit etwa 900 Neuerkrankungen pro Jahr relativ selten, stellt aber aufgrund der ansteigenden Häufigkeit eine zunehmende medizinische Herausforderung dar. Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen als Frauen. Bei der Erstdiagnose sind die Betroffenen meist zwischen 50 und 60 Jahre alt. Weltweit betrachtet zählt Leberzellkrebs mit 500.000 - 800.000 jährlichen Neuerkrankungen hingegen zu den fünf häufigsten Krebserkrankungen und stellt weltweit die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache dar. Der Grund dafür liegt in der höheren Durchseuchungsrate mit Virushepatitis in vielen  Ländern Südostasiens und Afrikas und der höheren, genetisch festgelegten  Empfindlichkeit für Leberkrebs in diesen Bevölkerungsgruppen.

Vorsorge

Die weitaus häufigsten Ursachen für Leberzellkrebs sind vermeidbar:
Regelmäßiger Alkoholkonsum (mehr als ca. einen Liter Bier oder einen halben Liter Wein pro Tag) ist in Österreich der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Leberzirrhose und damit Leberzellkrebs. Die Vermeidung eines regelmäßigen Alkoholkonsums ist daher die wichtigste Vorsorgemaßnahme.

Patienten mit bereits bestehender Leberzirrhose sollten halbjährlich eine Ultraschalluntersuchung der Leber durchführen lassen.

Die regelhafte Impfung von Neugeborenen gegen Hepatitis B hat zum Beispiel in Taiwan zu einer eindrucksvollen Senkung der Leberkrebsfälle geführt. Auch in Österreich wird die Impfung gegen Virushepatitis empfohlen.

Übergewicht und Fettleibigkeit führen häufig zu einer Leberverfettung. Aus dieser kann sich über ein entzündliches Stadium in 10-30 % eine Leberzirrhose entwickeln. Die Normalisierung des Körpergewichts ist nicht nur zur Vermeidung von Leberzellkrebs eine vordringliche gesundheitsfördernde Maßnahme.

Patienten mit Eisenspeicherkrankheit können ihr Lebenszeitrisiko für die Entwicklung einer Leberzirrhose und Leberzellkrebs durch Maßnahmen zur Entleerung der körpereigenen Eisenspeicher (medikamentös oder durch regelmäßige Aderlässe) nahezu immer vermeiden.

Früherkennung und Symptome

In den Frühstadien verursacht Leberzellkrebs keine Beschwerden. Die Diagnose wird daher meistens in fortgeschrittenen Stadien gestellt.
An unspezifischen Beschwerden können im Verlauf der Erkrankung Druckschmerzen im Oberbauch, eine tastbare Schwellung unter dem rechten Rippenbogen, eine ungewollte Gewichtsabnahme, Schwäche und Appetitlosigkeit sowie eine Gelbfärbung der Haut auftreten.