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Akute Lymphatische Leukämie (ALL)

Univ.-Prof. Dr. Ulrich Jäger

Universitätsklinik für Innere Medizin I - Medizinische Universität Wien
Klinische Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie

Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien

+43-1-404004410
+43-1-404004030

www.haematologie-wien.at
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Öffnungszeiten: von Montag bis Freitag 08:00 - 17:00 Uhr

Univ.-Prof. Dr. Ulrich Jäger ist in dieser Abteilung Abteilungsleiter.

„Akute Lymphatische Leukämie ist eine aggressive Form der Leukämie, die aus Zellen des Immunsystems (lymphatischen Zellen) entsteht und in erster Linie Blut und Knochenmark befällt. In vielen Fällen ist es heute möglich, eine Heilung zu erzielen", sagt Univ.-Prof. Ulrich Jäger.

Akute Lymphatische Leukämie (ALL) im Überblick

Was ist Akute Lymphatische Leukämie (ALL)?

Es handelt sich hierbei um eine aggressive Form der Leukämie, die aus Zellen des Immunsystems (lymphatischen Zellen) entsteht. Diese Zellen sind meist sehr unreif und kommen ursprünglich aus dem Knochenmark, in einigen wenigen Fällen aus der Thymusdrüse. Es handelt sich entweder um sogenannte B-Zellen oder T-Zellen. Die Erkrankung befällt in erster Linie Blut und Knochenmark, kann aber auch Lymphknoten, Leber und andere Organe betreffen. Trotz der Gefährlichkeit der Erkrankung ist es heute in vielen Fällen möglich, eine Heilung zu erzielen, dies gilt besonders für die kindliche ALL.

Epidemiologische Zahlen

Bei der ALL rechnen wir mit etwa 1 – 1,5 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr, das heißt, dass in Österreich mit ca. 80 – 100 Neuerkrankungen pro Jahr zu rechnen ist. Es ist also eine seltene Erkrankung. Die relative Häufigkeit ist am höchsten im Kindesalter – unter fünf Jahren – (fünf Neuerkrankungen pro 100.000). Ab dann wird die Erkrankung seltener und steigt ab dem 35. Lebensjahr erneut an. Bei den Erwachsenen ist der zweite Häufigkeitsgipfel im Alter von über 80 Jahren (2,3 pro 100.000). Die Erkrankung ist bei Männern 1,3-mal häufiger als bei Frauen. Die Erkrankung tritt meist spontan auf und ist nur in sehr seltenen Fällen erblich. Dies trifft vor allem bei kindlichen ALLs zu. Es ist sehr wenig über die Auslöser der Erkrankung bekannt. Chromosomenschäden, begünstigt durch radioaktive Strahlung, können möglicherweise die Erkrankung begünstigen. Chemische Substanzen, wie Pestizide aus dem landwirtschaftlichen Bereich, wurden auch in Zusammenhang mit dem Ausbruch der Erkrankung gebracht, hierfür gibt es allerdings wenig Beweise. In den letzten Jahren wird die ALL bei Erwachsenen immer häufiger als Folge einer vorangegangenen Chemotherapie beobachtet, wobei hier ein klarer Zusammenhang zwischen den vorher verwendeten Medikamenten und dem genetischen Fingerabdruck der ALL erkennbar ist.

Vorsorge

Eine Vorsorge für diese Erkrankung ist sehr schwierig. Kontrolle in Form von Blutbildern empfiehlt sich lediglich bei Patienten mit bekannter familiärer ALL oder bei Patienten, die eine Chemotherapie aus anderen Gründen vorher bekommen haben.

Früherkennung

Die Akute Lymphatische Leukämie ist eine Erkrankung, die sich normalerweise innerhalb weniger Wochen und Monaten entwickelt. Eine Früherkennung ist daher sehr schwer. Die Patienten haben manchmal ein halbes Jahr vor Ausbruch der Erkrankung noch ein normales Blutbild. Bei der kindlichen Akuten Lymphatischen Leukämie lässt sich manchmal die Erkrankung schon zum Geburtszeitpunkt nachweisen, da manchmal eine molekulargenetische Veränderung vorliegt, die später zur Leukämieentwicklung führen kann.

Symptome

Da sich die ALL im Knochenmark und im Lymphsystem entwickelt, sind die Symptome in erster Linie auf die Verdrängung der normalen Blutbildung zurückzuführen. Dies äußert sich in Müdigkeit, raschem Leistungsabfall bedingt durch Anämie, Blutungsneigung bedingt durch eine Verminderung der Blutplättchen (Nasenbluten, Blutergüsse ohne äußere Einwirkung) sowie durch Infekte, die länger dauern als bei Gesunden und manchmal auf Antibiotika nicht ansprechen. Hiezu gehören auch z. B. Wunden, die schlecht verheilen. Bei ALL kommt es manchmal zur Schwellung der Lymphknoten oder innerer lymphatischer Organe (Thymusdrüse, Leber, Milz). Deshalb kommt es manchmal zum Gewichtsverlust. Fieber und Nachtschweiß gehören ebenfalls zu den Symptomen für diese Erkrankung. Charakteristisch ist in jedem Fall, dass die Symptome rasch nach vorher vollkommener Gesundheit auftreten.