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Hauptinhalte

Lungenkrebs

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hilbe

Wilhelminenspital
1. Medizinische Abteilung, Zentrum für Onkologie und Hämatologie; Pavillon 23

Montleartstraße 37
1160 Wien

+43-1-491502101
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„Der Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) ist ein bösartiger Tumor in der Lunge. 85 % der Tumore sind auf das Rauchen zurückzuführen. Es werden grob zwei Arten des Bronchialkarzinoms unterschieden: das kleinzellige und das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom", sagt Univ.-Prof. Wolfgang Hilbe.

Lungenkrebs im Überblick

Was ist Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)?

Das Bronchialkarzinom ist ein bösartiger Tumor in der Lunge. Es werden grob zwei Arten des Bronchialkarzinoms unterschieden: das kleinzellige Bronchialkarzinom und das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom.

  • Kleinzellige Bronchialkarzinome (15-20 %) sind durch ein sehr schnelles Wachstums charakterisiert. Bei dieser Erkrankung gelingt eine operative Heilung selten.
  • Nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome wachsen langsamer, bei lokalisiertem Befall hat die Operation einen sehr hohen Stellenwert.

Epidemiologische Zahlen

Weltweit erkranken jährlich ca. eine Million Menschen an Lungenkrebs. 90 % der Erkrankten versterben an diesem Tumor. Damit ist Lungenkrebs die häufigste zum Tode führende Krebserkrankung bei den Männern. Bei den Frauen liegt diese Krebserkrankung hinter Brust- und Darmkrebs an dritter Stelle. In Österreich sind davon ca. 3.500 Patienten/Jahr betroffen.

Rauchen

85 % der Tumore sind auf das Rauchen zurückzuführen, nur 3-5 % auf das Passivrauchen. Mit der Anzahl der gerauchten Zigaretten steigt direkt das Risiko an einem Lungenkrebs zu erkranken. Bei 20-40 Zigaretten pro Tag ist das Risiko bereits 15-fach erhöht. Weltweit gibt es ca. 1,1 Milliarden Raucher, das entspricht einem Sechstel der Weltbevölkerung, dabei werden 5.500 Milliarden Zigaretten/Jahr umgesetzt. In Europa ist in den vergangenen Jahren der Anteil der Raucher angestiegen (1995: 34 % der Bevölkerung; 2002: 39 %; 2008: 38 %), wobei besonders der Anstieg der jugendlichen Raucher mit großer Sorge beobachtet wird. In Österreich rauchen 2,3 Millionen Menschen, davon sind 800.000 stark nikotinabhängig, jährlich versterben 14.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Seltenere Ursachen sind u.a. Radonbelastung, Luftschadstoffe, Asbeststaub. Das vererbte Risiko spielt eine untergeordnete Rolle.

Vorsorge

Als wesentlichste Maßnahme ist die Nikotinkarenz zu empfehlen. Durch Anti-Raucher-Kampagnen gelingt es, einen Rückgang der Lungenkrebshäufigkeit zu erreichen.

Symptome

Die Symptome sind lange unbemerkt und meist unspezifisch und werden von den Patienten als  “Raucherhusten oder Verkühlung” interpretiert. Andere Patienten klagen über Husten (45-75 %), blutigen Auswurf (27-57 %), Atemnot (37-58%), Schmerzen (27-49 %) und andere Symptome. Als allgemeine Symptomatik wird Nachtschweiß, Gewichtsverlust oder Appetitverlust berichtet.

Früherkennung

Derzeit gibt es keine Vorsorgeuntersuchung, die nachweislich einen Überlebensvorteil für die Patienten zeigt. Durch ein regelmäßiges Lungenröntgen kann zwar ein Tumor vor dem Auftreten von Symptomen entdeckt werden, leider sind die meisten dieser Tumore dann aber bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Sehr viel genauer (sensitiver) ist eine Computer-Tomographie (CT). Hier können Tumore früher, vor allem in einem heilbaren Stadium, nachgewiesen werden. Es müssen aber tausende von Untersuchungen durchgeführt werden, um einem Patienten zu helfen. Diese Kosten/Aufwand/Nutzen-Abwägung wird derzeit in sehr großen Studien getestet und erst in naher Zukunft kann der Wert einer Vorsorgeuntersuchung richtig bewertet werden.