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Hauptinhalte

Lymphome

OA Dr. Wolfgang Willenbacher

Universitätsklinik für Innere Medizin V - Hämatologie und Onkologie - Medizinische Universität Innsbruck
Hämatologische Ambulanz und Tagesklinik

Anichstraße 35
6020 Innsbruck
Tirol

+43-512-50424035
+43-512-50424006

www.haematologie-onkologie.at
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Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 8:00 - 16:00 Uhr, Termine nur nach telefonischer Anmeldung

„Lymphome sind bösartige Erkrankungen, die sich von Lymphozyten, einer bestimmten Zellart des Abwehrsystems, herleiten. Sie treten meist in Lymphknoten, aber auch in Knochenmark und Milz auf. Unterschieden werden Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome", so Dr. Wolfgang Willenbacher.

Lymphome im Überblick

Was ist ein Lymphom?

Lymphome sind bösartige Erkrankungen, die sich von bestimmten Zellen des Abwehrsystems, sogenannten Lymphozyten, herleiten. Sie treten meist in Lymphknoten, oft auch in Knochenmark und Milz auf, können potenziell aber jedes menschliche Organ betreffen. Heute werden nach Merkmalen der Gewebecharakteristik, von  Erbsubstanzveränderungen oder Oberflächeneigenschaften der Lymphomzellen über 70 verschiedene Unterarten dieser Erkrankungsgruppe unterschieden. Diese verhalten sich bezüglich Geschwindigkeit der Erkrankungsverschlechterung (ohne Therapie), Notwendigkeit, Aggressivität, Auswahl und Erfolgsaussichten einer benötigten Therapie oft extrem. Die Basis jeder Lymphomdiagnose ist daher eine exakte Zuordnung der Erkrankung zu einem bestimmten Lymphomsubtyp. Besonders häufige Lymphome sind das Follikuläre NHL (FL –NHL), die Chronisch Lymphatische Leukämie (CLL), und das Diffus Großzellige Lymphom (DLBCL). Zu den seltenen NHL zählen u.a. die Haarzell-Leukämie (HZL) und das Mantel-Zell-Lymphom (MCL). Da die Erkrankung oft in den verschiedensten Regionen des Körpers gleichzeitig vorhanden ist oder ihre Zellen im Blut zirkulieren, spricht man von einer Systemerkrankung. 

Unterschieden wird in erster Linie das Hodgkin Lymphom (auch Morbus Hodgkin) von den Non-Hodgkin Lymphomen (NHL). Außerdem wird zwischen behandlungsrelevanten Oberflächenmarkern der Lymphomzellen, sog. B-NHL (ca. 80%), und den T-NHL (ca. 20 %) differenziert. Am wichtigsten ist die klinische Einteilung nach der Bösartigkeit des NHL in indolente (niedrig-maligne), aggressive (hochmaligne) und sehr aggressive Formen.

Epidemiologische Zahlen

Die gegenwärtige Inzidenz liegt bei fünf bis zehn Erkrankungsfällen auf 100.000 Einwohner pro Jahr – die Tendenz, auch bezüglich der Prävalenz, ist gegenwärtig stark steigend (was durch die Altersentwicklung der Bevölkerung, bessere Diagnostik, aber auch durch das bessere Überleben der Patienten bedingt ist). Männer sind vom NHL in etwa 1,5-mal öfter betroffen als Frauen. NHL können in jedem Lebensalter auftreten, insgesamt jedoch häufiger im höheren Lebensalter. NHL sind die fünfthäufigste tumorbedingte Todesursache. Die Prognosen der verschiedenen NHL-Subtypen sind sehr variabel.

Die Häufigkeit der jährlichen Neuerkrankungen (Inzidenz) des Hodgkin-Lymphoms beträgt zwei bis vier Erkrankungen pro 100.000 Personen, das Verhältnis von Männern zu Frauen liegt bei drei zu zwei. In den Industrieländern findet man zwei Krankheitsgipfel in der Altersverteilung, einen größeren im dritten und einen etwas kleineren im siebenten Lebensjahrzehnt. Bei adäquater Behandlung ist die Prognose der Erkrankung in der Regel sehr günstig einzuschätzen.

Vorsorge

Eine gesicherte Vorsorge bezüglich der Entwicklung von Lymphomen existiert nicht. Risikofaktoren für die Entwicklung von Lymphomen sind Auto-Immunerkrankungen, HIV- und andere Virusinfektionen,  Strahlen-/Schadstoffbelastung, Helicobacter-Infektion (für Magen-Lymphome), eine schlecht eingestellte Zöliakie (für Darm-Lymphome) und vereinzelt genetische Faktoren. Beim größeren Teil der Patienten sind keine eindeutigen Risikofaktoren zu erheben.

Früherkennung

Eine Früherkennung von Lymphonen ist in der Regel nicht möglich. Einige wenige ausgewählte Hochrisikopatienten (AIDS, seltene familiäre Syndrome) bedürfen einer regelmäßigen Überwachung.

Symptome

Leitsymptom von Lymphomen ist in der Regel die schmerzlose Vergrößerung von Lymphknoten oder anderen lymphatischen  Organen (Mandeln, Milz, etc.). Häufig treten Allgemeinsymptome wie ein Leistungsknick, Schwäche, Blässe, Infektneigung (z. B. Gürtelrose) oder Blutungszeichen auf. Fieber (über 38,5° C ohne Infekt), Gewichtsverlust (von über 10 % des Körpergewichts, ungewollt und ohne erkennbare andere Ursache) sowie Nachtschweiß werden als B-Symptome (prognoserelevant) bezeichnet.