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Myelodysplastische Syndrome

„Myelodysplastische Syndrome sind Erkrankungen des Knochenmarks, bei denen das Knochenmark nicht genügend gesunde Blutzellen produzieren kann. Es gibt verschiedene MDS-Typen, die unterschiedliche Prognosen aufweisen", sagt Dr. Krieger.

Myelodysplastische Syndrome (MDS) im Überblick

Was sind Myelodysplastische Syndrome (MDS)?

Myelodysplastische Syndrome (kurz: MDS genannt) sind Erkrankungen (der Stammzelle) des Knochenmarks, bei denen das Knochenmark nicht genügend gesunde Blutzellen produzieren kann. Sie treten meist in höherem Lebensalter (über 60 Jahre) auf und sind gekennzeichnet durch eine Verminderung der roten Blutkörperchen (Anämie) und/oder weißen Blutzellen (Leukopenie bzw. Neutropenie) und/oder der Blutplättchen (Thrombozytopenie). Das (meist) sehr zellreiche Knochenmark zeigt eine Ausreifungsstörung (Dysplasie).

Epidemiologische Zahlen

MDS sind Erkrankungen, die jedes Jahr ca. sieben bis zehn Patienten von 100.000 Personden betreffen; während sie bei Kindern bzw. jungen Erwachsenen sehr selten vorkommen, sind in der Gruppe über 70 Jahre bereits 20-50 Menschen pro 100.000 Einwohner pro Jahr betroffen. Bei älteren Erwachsenen erkranken häufiger Männer als Frauen, bei Personen unter 50 Jahren zeigt sich kein Geschlechterunterschied.

Es gibt verschiedene MDS-Typen, die eine unterschiedliche Prognose aufweisen. Während Patienten mit refraktären Anämien (RA) ohne Blastenvermehrung lange (über fünf bis zehn Jahre) Krankheitsverläufe aufweisen, muss man Patienten mit ungünstiger Prognose (unter einem Jahr) oft (intensiv) behandeln, da die Gefahr einer (akuten) Leukämie drohen kann.

Früherkennung

Regelmäßige (jährliche) Blutbildkontrollen - besonders bei Personen über 60 Jahre – können eine MDS-typische Blutbildveränderung zeigen und frühzeitig zu einer Knochenmarkuntersuchung und Diagnosestellung führen. Da es derzeit verschiedene effektive Behandlungsmöglichkeiten gibt, ist eine frühzeitige Typisierung des MDS sinnvoll.

Symptome

Die Verdachtsdiagnose MDS kann bei einer routinemäßig durchgeführten Blutbilduntersuchung festgestellt werden. Viele Patienten suchen jedoch den Arzt auf, weil sie unter typischen Anämie-Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Erschöpfung oder Kurzatmigkeit bei Anstrengungen leiden. Seltener kommt es zu einer, durch die Neutropenie verursachte, Infektion, die nicht mit Antibiotika alleine beherrscht wird bzw. zu Blutungsproblemen führt (z. B. Nasenbluten, Nachblutungen nach Zahnextraktionen), bedingt durch die Thrombozytopenie.