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Prostatakrebs

„Bei Prostatakrebs handelt es sich um eine häufige, aber zumeist heilbare Krebserkrankung der Prostata (Prostatakarzinom). Die Früherkennung ist von großer Wichtigkeit und sollte ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich durchgeführt werden", sagt Univ.-Prof. Peter Balcke.

Prostatakrebs im Überblick

Was ist Prostatakrebs?

Bei Prostatakrebs handelt es sich um eine häufige, aber zumeist heilbare Krebserkrankung der Prostata (Prostatakarzinom). Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein etwa kastaniengroßes Organ, das unterhalb der Harnblase und vor dem Mastdarm gelegen ist und von diesem aus getastet werden kann. Sie umschließt die Harnröhre und produziert den Großteil der Samenflüssigkeit. Ihr Sekret enthält eine Vielzahl von Substanzen, die z. B. die Bewegung der Spermien stimulieren und das geeignete Milieu für sie schaffen.  Eine wichtige Substanz dabei ist das so genannte Prostataspezifische Antigen (PSA), das physiologisch die Samenflüssigkeit dünnflüssiger macht. Dieses wird von den normalen Prostatazellen gebildet, im erhöhten Ausmaß aber von den Prostatakrebszellen. Es ist auch im Blut nachweisbar. Die Höhe der im Blut gemessenen Konzentration erlaubt Rückschlüsse auf ein eventuell vorliegendes Prostatakarzinom.

Epidemiologische Zahlen

Das Prostatakarzinom ist die am häufigsten beim Mann diagnostizierte Krebserkrankung und macht etwa 25-30 % der neu diagnostizierten Krebserkrankungen aus. Bei den Ursachen der Krebstodesfälle liegt es in Österreich bei den Männern an zweiter Stelle. Etwa jeder sechste Mann erkrankt daran. Es ist eine Erkrankung des mittleren bis höheren Alters, während Erkrankungen vor dem 45. Lebensjahr selten sind. Das Risiko zu erkranken nimmt mit zunehmendem Alter stark zu. Es kann auch in Familien gehäuft vorkommen. Das Risiko ist erhöht, wenn bei anderen Blutsverwandten gehäuft Prostatakrebs aufgetreten ist. Ebenso ist das Risiko erhöht, wenn in der Familie bei weiblichen Blutsverwandten gehäuft Brustkrebs aufgetreten ist. In den meisten Fällen wird die Erkrankung glücklicherweise in einem Stadium entdeckt, in dem die Krebserkrankung die Organgrenzen noch nicht durchbrochen hat. Bei Überschreitung der Organgrenzen (Stadium T3) nehmen die Heilungschancen deutlich ab. In früheren, auf das Prostataorgan beschränkten Stadien dagegen sind die Heilungschancen sehr gut.

Vorsorge

Da der Prostatakrebs in frühen Stadien eine zumeist heilbare Erkrankung darstellt, ist die Früherkennung von besonderer Wichtigkeit. Eine Untersuchung mit Bestimmung des PSA im Blut sollte einmal jährlich, beginnend mit dem 45. Lebensjahr erfolgen; bei familiärer Belastung mit Prostatakrebs oder weiblichem Brustkrebs sogar noch einige Jahre früher.
Die Messung der PSA-Konzentration im Blut hat heute in der Vorsorge und für die Früherkennung die größte Bedeutung erlangt. Bei Beurteilung der PSA-Blutwerte sind jedoch folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Es gelten altersspezifische Normalwerte: (bis zum 49. Lebensjahr: Obergrenze 2,5 ng/ml, bis zum 59. Lebensjahr:  Obergrenze 3,5 ng/ml, bis zum 69. Lebensjahr: Obergrenze 4,5 ng/ml und ab dem 70. Lebensjahr Obergrenze: 6,5 ng/ml).
  • Es ist wichtig zu betonen, dass bei Überschreiten der altersspezifischen Obergrenzen keinesfalls der Schluss gezogen werden darf, dass sicher ein Prostatakarzinom vorliegt.
  • Erhöhte PSA-Werte finden sich auch bei der, bei jedem älteren Mann auftretenden, gutartigen Prostatavergrößerung. Bei Werten zwischen 4 und 10 ng/ml etwa liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Prostatakarzinom vorliegt, nur bei etwa 20 %.
  • Umgekehrt kann auch selten bei normalen PSA-Werten ein Prostatakarzinom vorliegen. Erhöhte Werte sollten aber Anlass zu weiteren Untersuchungen sein. Zumeist wird vom Urologen eine Prostatabiopsie vorgenommen. Dabei werden unter lokaler Betäubung vom Mastdarm aus mit Hilfe des Ultraschalls ganz geringe Mengen an Gewebe zur weiteren mikroskopischen Untersuchung entnommen. Die Gewinnung ist weitgehend schmerzfrei, dauert etwa eine Viertelstunde und kann ambulant erfolgen.
  • Erhöhte PSA-Werte findet man auch bei Entzündungen der Prostata, bis zu drei Tagen nach Radfahren und sexuellem Samenerguss. Diese sollten daher vor einer Untersuchung unterbleiben.
  • Auch die Geschwindigkeit des Anstiegs innerhalb eines Jahres kann zur Beurteilung herangezogen werden.

Früherkennung

Die Früherkennung basiert zumeist auf den oben angeführten Vorsorgeuntersuchungen, da frühe Symptome unspezifisch sind und schwer von denen der im Alter auftretenden Prostatavergrößerung zu unterscheiden sind.

Symptome

Die Erkrankung verläuft im Frühstadium symptomarm. Vermehrter und nächtlicher Harndrang können erste Zeichen der Erkrankung sein.  Diese treten jedoch auch bei der normalen, altersbedingten Prostatavergrößerung auf und sind deshalb als Frühsymptome nur schwer zu deuten. Auch Erektionsstörungen und Blut im Harn oder Samenflüssigkeit können gelegentlich Symptome sein. In manchen Fällen sind aber auch erst Beschwerden von Knochenmetastasen Ursachen für den Arztbesuch und Anlass für die Diagnosestellung.