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Hauptinhalte

Speiseröhrenkrebs

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Eisterer

Allgemein öffentliches Klinikum Klagenfurt am Wörthersee
Abteilung für Innere Medizin und Onkologie

St. Veiter Straße 47
9020 Klagenfurt am Wörthersee
Kärnten

+43-463-53829303
+43-463-53823014
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www.lkh-klu.at
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Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Eisterer ist in dieser Abteilung Abteilungsleiter.

„Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) ist eine Erkrankung, bei der Krebszellen im Gewebe der Speiseröhre gefunden werden. Zu den Hauptrisikofaktoren zählen die Konsumation hochprozentigen Alkohols und das Rauchen", sagt Univ.-Prof. Eisterer.

Diagnose, Behandlung & Nachsorge

Diagnose

Wenn Symptome vorhanden sind, wird der Arzt eine spezielle Röntgenuntersuchung, den sogenannten Barium-Breischluck, veranlassen. Bei dieser Untersuchung trinkt der Patient eine Flüssigkeit, die Barium enthält. Dadurch kann die Speiseröhre auf dem Röntgenbild gut dargestellt werden.

Der Arzt kann auch mit einem Ösophagoskop (ein dünner, flexibler, vorne beleuchteter Schlauch) die Innenwände der Speiseröhre inspizieren. Diese Untersuchung nennt man Ösophagoskopie. Bei dieser Untersuchung wird das Ösophagoskop durch den Mund und den Schlund in die Speiseröhre eingeführt. Vor der Untersuchung wird ein Lokalanästhetikum (eine Substanz, die eine vorübergehende örtliche Betäubung bewirkt) in den Rachenbereich gesprüht, so dass der Patient keine Schmerzen verspürt. Die Endosonographie ist eine spezielle Form der Ultraschalluntersuchung. Mit einem schlauchförmigen Instrument, das in die Speiseröhre vorgeschoben wird, macht der Arzt die Speiseröhrenwand und ihre Umgebung sichtbar.

Wenn der untersuchende Arzt Gewebe entdeckt, das nicht normal aussieht, kann er ein kleines Stückchen davon entnehmen, um es unter dem Mikroskop auf Veränderungen zu untersuchen. Dieser Vorgang wird Biopsie genannt. Die Biopsie wird normalerweise während der Ösophagoskopie, wenn die lokale Betäubung noch wirkt, durchgeführt, so dass keine Schmerzen entstehen.

Behandlungsmöglichkeiten

Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) hat Aussicht auf vollständige Heilung, solange sich keine Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen gebildet haben und der ursprüngliche Tumor sich noch nicht sehr weit ausgedehnt hat. Die Heilungschancen (Prognose) und die Wahl der Behandlungsmethode hängen ab vom Tumorstadium (d.h. ob er nur in der Speiseröhre ist, oder ob er sich in andere Organe ausgedehnt hat) und vom Allgemeinzustand des Patienten. Drei Behandlungsverfahren werden angewendet:

  • Operation (der Tumor wird operativ entfernt)
  • Strahlentherapie (Anwendung von Röntgenstrahlen zum Abtöten der Krebszellen)
  • Chemotherapie (Medikamente werden zur Abtötung der Krebszellen eingesetzt)

 
Die häufigste Behandlungsmethode von Speiseröhrenkrebs ist die Operation. Bei dieser Operation, die Ösophagektomie genannt wird, entfernt der Chirurg den betroffenen Teil der Speiseröhre. Die verbleibenden gesunden Teile der Speiseröhre werden dann mit dem Magen verbunden, so dass der Patient weiterhin Speisen schlucken kann. Um die Verbindung herzustellen, kann auch ein Plastikschlauch oder ein Teil des Darmes verwendet werden.

Die Strahlentherapie setzt hochenergetische Röntgenstrahlen zum Abtöten von Krebszellen und zur Tumorverkleinerung ein. Die Strahlung kann von einer Maschine außerhalb des Körpers kommen (externe Bestrahlung) oder aus strahlenden Materialien, die durch kleine Plastikschläuche in das vom Krebs betroffene Gebiet eingeführt werden (interne Bestrahlung). Wenn eine Bestrahlungstherapie zu Behandlung von Speiseröhrenkrebs zum Einsatz kommt, wird manchmal ein Plastikschlauch in die Speiseröhre eingelegt, um diese offen zu halten. Das wird intraluminale Intubation, Dilatation oder Stent genannt.

Bei der Chemotherapie werden zur Abtötung der Krebszellen Medikamente eingesetzt. Chemotherapie kann in Tablettenform durchgeführt werden, oder sie wird dem Körper direkt über eine Vene zugeführt. Chemotherapie wird auch "systemische Therapie" genannt, da sich die Medikamente über die Blutbahn im ganzen Körper verteilen und so den Krebs an jeder Stelle des Körpers bekämpfen können. Die Chemotherapie mit oder ohne zusätzliche Bestrahlung wird in klinischen Studien erprobt. Ebenso wird der Gebrauch von Chemotherapie und Bestrahlung schon vor der Operation (neoadjuvante Therapie) untersucht.

Nachsorge

Wurde der Speiseröhrenkrebs behandelt, folgen in der Regel Nachsorgeuntersuchungen, um zu kontrollieren, ob der Tumor nach der Operation möglicherweise wieder auftritt. Wie häufig diese Nachsorge-Termine erfolgen, ist jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig, so etwa vom Verlauf der Krebserkrankung oder davon, wie gesund sich der Betroffene fühlt.

Meist finden Nachsorge-Untersuchungen im ersten Jahr nach einer Operation häufiger statt – etwa einmal alle drei Monate. Später werden die Abstände länger, und die Termine zur Nachsorge folgen alle sechs Monate im zweiten und dritten Jahr und schließlich nur noch einmal im Jahr.

Liegen Beschwerden wie zum Beispiel Schluckbeschwerden vor, sollte unabhängig von den festgelegten Terminen ein Besuch beim Arzt erfolgen. Durch die Operation entstehen manchmal Verengungen in der Speiseröhre, die aber beseitigt werden können.